Keine Angst vor Fehlern in den sozialen Medien! Content Tipps

 

Vor vielen Jahren arbeitete ich bei einem österreichischen Privatradiosender. Jedes Mal wenn on air etwas Falsches gesagt wurde, liefen die Telefone in der Redaktion heiß. Als Außenstehender könnte man meinen, dass solche Situationen dem Chefredakteur gar nicht gefallen. Unser Boss hingegen blieb meist entspannt: „Ist doch alles gut. So wissen wir wenigstens, dass die Leute interessiert sind und uns zuhören“.

Das sagt viel über den Stellenwert von Interaktion aus und zwar schon vor dem Zeitalter der sozialen Medien. Es bedeutet allerdings nicht, dass Fehler egal sind oder gar absichtlich am laufenden Band produziert werden sollten. Diese Geschichte liefert einfach einen Denkanstoss in eine andere Richtung, ein paar Meter weg von der „alles ist so peinlich“-Mentalität, die viele Selbstständige und Socialmedia-Einsteiger leider davon abhält, auf Instagram und Facebook durchzustarten oder neue Dinge auszuprobieren.

 

In diesem Artikel widmen wir uns deshalb folgenden Fragen:

  1. Welche Arten von Fehler gibt es und was tun, wenn etwas passiert ist?
  2. Wie können bestimmte Fehler künftig besser vermieden werden?
  3. Wie schlimm ist es wirklich Fehler auf Facebook, Instagram und Co zu machen?
  4. Instagram-Umfrage zum Thema Fehler in Posts (nicht repräsentativ)

 

Starten wir gleich mit dem ersten Thema. Ja, es kann peinlich sein, wenn man einen Post veröffentlicht und dann sieht er nicht so aus, wie er sollte. Der wahre Fehler wäre allerdings, sich ewig mit dem Gefühl der Peinlichkeit auseinanderzusetzen, anstelle sich zu überlegen, was zu tun ist. Wird der Fehler gleich bemerkt und es gibt noch keine Interaktion zu dem Post, kann er gleich wieder gelöscht, korrigiert und neu veröffentlicht werden.

Werden Socialmedia-Beiträge allerdings vorgeplant und automatisch veröffentlicht, passieren die Fehler während der Planung und fallen erst dann auf, wenn sie schon einen gewissen Zeitraum online sind. Dann gilt es Ruhe zu bewahren und erst einmal die Situation einzuschätzen.

 

1. Welche Fehler-Kategorien gibt es und wie geht man damit um?

Grundsätzlich bestehen Unterschiede darin, ob es sich um einen inhaltlichen Fehler, einen Vertipper, einen Design-Fehler  oder etwas anderes handelt. Checken Sie zuerst die Lage:

  • Wie viele User haben den Post bereits gesehen und wie viele Reaktionen gibt es bereits darauf?
  • Besteht Bedarf für eine Gegendarstellung?  (Etwa bei inhaltlichen Fehlern)
  • Wurde der Post vielleicht sogar schon geteilt?
  • Welche Art von Fehler ist passiert?

 

Kategorie 1: Rechtschreibfehler, Vertipper und Grammatik

Die fiesen kleinen Dinger schleichen sich gerne bei mir ein und passieren uns allen hin und wieder. Die gute Nachricht: Bei Facebook und Instagram können die Beitragstexte auch nach der Veröffentlichung korrigiert werden.

  • Sowie ein Beitrag allerdings auf Facebook oder Instagram beworben ist, kann nichts mehr geändert werden. Dann müsste die Bewerbung zuerst gelöscht und der Text im Business Manager ausgebessert werden. Oder der Post wird neu angelegt und neu beworben.
  • Ist der Fehler im Bild oder in einem Video, muss der Post neu veröffentlicht werden oder man lebt einfach damit.
  • Es ist nämlich nur möglich den Post-Text im Nachhinein zu ändern. Bilder und Videos können hingegen nicht ausgetauscht werden. Ich persönlich lösche in diesem Fall die Post nahezu immer und lege sie neu an, unabhängig davon wie viele Interaktionen bereits entstanden sind.

Achtung bei Instagram: Auf einigen Webseiten und Blogs ist zu lesen, dass es sich negativ auf die Reichweite auswirken kann, wenn ein Beitrag unmittelbar nach der Veröffentlichung korrigiert wird. Ich selbst kann das weder bestätigen, noch widerlegen. Das Gerücht hält sich allerdings hartnäckig.

 

Kategorie 2: inhaltliche Fehler

Bei inhaltlichen Fehlern würde ich den Post löschen und bei Bedarf einen Gegendarstellung bzw. eine Erklärung abgeben. Nur so kann verhindert werden, dass falsche Informationen in Umlauf kommen. Anbei 3 Beispiele:

  • Stellen Sie sich vor, Sie bewerben eine Veranstaltung und im Post oder in der Anzeige wird ein falsches Datum kommuniziert. In so einem Fall ist es wichtig, die Community zusätzlich über den Fehler zu informieren, damit niemand zum falschen Zeitpunkt bei einer Veranstaltung steht, die an einem anderem Tag stattfindet.
  • Ebenfalls heikel: falsche Produktpreise. Da hört sich für viele User der Spaß auf und das ist auch von Unternehmensseite her sehr ernst zu nehmen. Hier besteht sofortiger Handlungsbedarf.
  • Kategorie peinlich und ebenfalls heikel: Namen von Sponsoren oder anderen handelnden Personen sind falsch geschrieben.
  • Usw.

 

Andere Fehler

Darunter fallen Dinge wie Posts, die zu früh online gehen, weil im Planungs-Tool das falsche Datum eingestellt wurde. Webseiten-Links, die nicht funktionieren. Bilder, die unschön abgeschnitten sind, weil das Format nicht auf die Plattform abgestimmt wurde, Logos die verrutscht sind, falsche Farben, usw.. Hier muss von Situation zu Situation entschieden werden, womit man leben kann und womit weniger.

 

2. Wie können Fehler besser vermieden werden?

Die beste Möglichkeit Fehler zu vermeiden, ist es, sie erst gar nicht zu machen. Wenn das nur so einfach wäre und auch ich kann ein Lied davon singen. Es muss also kontrolliert werden – auch hierin bin ich Meisterin und doch läuft es nicht immer glatt. Im besten Fall werden die Posts von unterschiedlichen Personen auf mögliche Fehler gecheckt. Meine Erfahrung besagt, dass selbst bei größeren Unternehmen nicht immer optimal vorgegangen wird. Oder die Posts gehen sogar durch verschiedene Stellen, trotzdem werden Fehler nicht entdeckt, weil sich jede Abteilung an etwas anderem festhält.

Bei Selbstständigen und Einpersonen-Unternehmen ist das Gegenlesen ohnehin selten ein Thema. Wir sind unsere eigenen Kontrolleure. Wenn es möglich ist, kontrollieren Sie Ihren Content-Plan öfter und zwar an unterschiedlichen Tagen. Damit die Gedanken wieder eine Pause haben und Fehler, die Sie eigentlich sofort erkennen würden, nicht automatisch im Kopf ausgebessert werden.

Ebenfalls wichtig: Haben Sie keine Angst davor Fehler zu machen! Angst war schon immer ein schlechter Ratgeber. Wenn Angst im Spiel ist, passiert meist schneller etwas. Haben Sie das auch schon festgestellt?

 

3.  Wie schlimm ist es wirklich Fehler zu machen?

Selbstverständlich bemühen wir uns stets um Richtigkeit und darum die bestmögliche Qualität zu liefern. Das sind wir unseren Kunden, Usern, Follower, Fans und auch uns selbst schuldig. Aus meiner Sicht ist es eine Frage der Professionalität und auch der Erfahrung, wie man damit umgeht, wenn etwas passiert ist. Stehen Sie zu Ihren Fehlern und sehen Sie auch die positiven Seiten:

  • Wenn Sie auf Fehler aufmerksam gemacht werden, bedeutet es auch, dass Menschen darauf achten, was Sie tun.
  • Es bedeutet weiter, dass Interaktion zustande kommt.
  • In vielen Fällen bedeutet es weiter, dass die Community hinter Ihnen steht.

 

 

4. Instagram-Umfrage zum Thema Fehler in Posts (nicht repräsentativ)

Einen meiner fehlerhaften Posts habe ich zum Anlass genommen, in den Instagram Stories meine Follower zu fragen, wie sie mit Fehlern umgehen. Die Ergebnisse sind durchaus spannend. Sie zeigen ausschließlich die Meinungen der Teilnehmer und sind nicht repräsentativ, nichtsdestotrotz ist es für mich ein guter Einblick in die Gedanken meiner Community. Die dazugehörigen Stories mit den Fragen finden Sie auf meinem Instagram-Account in den Highlights und hier sind die Ergebnisse (Umfrage vom 25.10.2018):

 

✅ 94% der Teilnehmer kennen den Moment, wenn sie einen Post veröffentlichen und wenig später einen Fehler bemerken.
✅ 96% derTeilnehmer finden es menschlich, wenn andere Accounts einen Fehler machen.
✅ 65% der Teilnehmer würden ihren eigenen Post löschen, wenn sich ein Fehler eingeschlichen hat, der nicht auszubessern ist.

 

FAZIT:

Fehler sind menschlich und wir machen alle welche. Am Ende können wir sie als Erfahrungen verbuchen, daraus lernen und uns selbst verbessern. Versinken Sie nicht jedes Mal im Erdboden, wenn Sie sich vertippt haben oder wenn etwas anderes schiefläuft, sondern schätzen Sie die Situation realistisch ein und handeln Sie schnell. Eine ehrliche Entschuldigung kommt bei Fans und Followern ebenfalls gut an und eine treue Community verzeiht kleine Fehler meist ohne Probleme.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Machen Sie keinen unnötigen Wirbel um Dinge, die besser schnell wieder vergessen werden sollen und hier spreche ich nicht von Rechtschreibfehlern oder Vertipper. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude in den sozialen Medien. Wenn Sie möchten, folgen Sie mir gleich auf Instagram – hier geht´s zu meinem Account instagram.com/aeishofer.

 

Wenn Sie Unterstützung auf ihren Weg durch die sozialen Medien möchten, klicken Sie einfach hier.

 

Angst vor Shitstorm? Hier erfahren Sie, wie Sie mit negativer Kritik in sozialen Netzwerken umgehen:

Social Media: Was tun, bei negativer Kritik – Teil 1

 

About Author

Astrid Eishofer

Als diplomierte Social Media Managerin aus Wien berate ich Sie gerne bei Ihren ersten Schritten am Social Media Parkett, unter anderem im Rahmen meiner individuellen Social Media Trainings für KMU, Gründer und Social Media Einsteiger. Sie wollen mehr erfahren? Kontaktieren Sie mich - Ich freue mich auf Sie! Das Kontaktformular finden Sie rechts oben im pinken Balken.

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